kurz auch als Deko-Krankheit
rotkreuz_logo_100.jpg...oder auch als Caissonkrankheit bezeichnet

 

Allgemeines
Der Begriff Caissonkrankheit ist mittlerweile weitgehend durch den Begriff Dekompressionskrankheit abgelöst worden. Der Stickstoff der Atemluft wird, wie der Sauerstoff und andere Gase, im Blut und im Gewebe gelöst. Der Sauerstoff jedoch wird vom Körper verbraucht, der Stickstoff dagegen verbleibt im Gewebe. Dabei löst sich beispielsweise in fetthaltigem Gewebe 3-4 mal soviel Stickstoff wie im Blut. Je tiefer man taucht, um so mehr Stickstoff wird gelöst. Dabei kann jede Substanz (Gewebe, Blut) in Abhängigkeit von der Temperatur und dem Druck eine ganz bestimmte Menge Stickstoff aufnehmen. Die maximal aufnehmbare Menge wird als Sättigungsmenge bezeichnet. Diese Menge ist für jedes Gas jeweils verschieden. Die Sättigung ist aber erst nach einer bestimmten Aufenthaltsdauer in der entsprechenden Wassertiefe erreicht.Beim Auftauchen muss dieser Stickstoff über die Atemluft wieder abgegeben werden. Damit das Abatmen des Stickstoffs ohne Schäden erfolgt, sind bestimmte Auftauchzeiten einzuhalten. Diese Werte sind tabelliert oder in kleinen Tauchcomputern, die am Armgelenk getragen werden können, jederzeit abrufbar.Beachtet man diese Auftauch- bzw. Dekompressionszeiten nicht und taucht zu schnell auf, so perlt der Stickstoff -ähnlich dem Ausperlen von CO2 bei einer frisch geöffneten Mineralwasserflasche - aus und führt im Blut und dem Gewebe zu Stickstoffbläschen. Diese Stickstoffbläschen können z.B. kleine Blutgefäße oder Gewebeteile verstopfen.Es sei erwähnt, dass bei Tauchgängen oberhalb von 9 m Wassertiefe keine Auftauchzeiten bzw. Dekompressionszeiten einzuhalten sind; außer mit der grundsätzlichen Einschränkung, dass man stets nicht schneller als 10 m pro Minute auftauchen soll. 
 
Symptome/ Diagnose
Die ersten Symptome der Stickstoffausperlung, also der Caissonkrankheit, bzw. Dekompressionskrankheit, können innerhalb von Minuten, in seltenen Fällen aber auch erst nach 36 h auftreten. Dabei kann es zu leichten Symptomen bis hin zum Tod kommen. Im einzelnen können folgende Symptome auftreten:
  • Hautjucken, wie Ameisenlaufen
  • allgemeines Unwohlsein
  • Extreme Müdigkeit, Abgeschlagensein
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen in den Extremitäten und Gelenken
  • Taubheitsgefühle
  • Seh- und Hörstörungen
  • Sprachstörungen
  • Halbseitenlähmungen
  • Querschnittslähmungen
  • Lungenarterienembolie
  • Herzbeschwerden
Alle Symptome können sich auch ohne Behandlung vollständig oder teilweise zurückbilden. Sie können aber auch chronisch werden.
 
Therapie
Die Therapie der Wahl besteht in der Behandlung in einer Überdruckkammer mittels einer Rekompression. In der Nähe von vielen Tauchzentren in Europa gibt es derartige Druckkammern. In der dritten Welt dagegen sind - wenn überhaupt - nur an einzelnen Orten derartige Behandlungen möglich. Die Behandlung sollte zwar wenige Stunden nach Auftreten der Symptome beginnen. Es gibt aber eine Reihe von Fällen, in denen eine Therapie auch erst nach 48 h noch zur Heilung geführt haben. Die Behandlung sollte unter Aufsicht eines Taucharztes erfolgen.Nach "normalen" Tauchgängen (bis maximal 40 m) wird eine Rekompression in der Tauchkammer entsprechend einer Wassertiefe von 18 m über 4 bis 7 h durchgeführt. Der ungewöhnlichste Fall, der z.B. in Berlin behandelt wurde, dauerte über 12 Tage, beginnend mit einem Überdruck, der einer Wassertiefe von 120 m entsprach.  
 
Prophylaxe
Vernünftiges Schlaf - Ess- und Trinkverhalten vor den Tauchgängen. Das heißt, gut ausschlafen, keinen Alkohol und, wegen des Restalkohols, auch nicht am Abend vor dem Tauchgang. Möglichst keine Medikamente verwenden.Und vor allem, striktes Einhalten der vorgeschriebenen Auftauchzeiten bzw. Dekompressionszeiten.  
Quelle: www.onmeda.de