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auch als Henry's Gasgesetz bezeichnet Drucken E-Mail

Logo_Physik_blau_160.jpgbefasst sich mit der Konzentration von Gasen in Flüssigkeiten

Das Gesetz von Henry besagt, dass die Konzentration eines Gases in einer Flüssigkeit direkt proportional zum Partialdruck des entsprechenden Gases über der Flüssigkeit ist. Die Proportionalität wird durch die Henry-Konstante ausgedrückt. Die am häufigsten verwendete Schreibweise ist:

p= kH,pc • c1

(p: Partialdruck der Substanz, cl: Konzentration in der Lösung, kH,pc: Henry-Konstante)

Die Menge eines in Flüssigkeit gelösten Gases ist abhängig von der Temperatur und dem Druck über der Flüssigkeit. Dieses Gasgesetz ist der Grund für die Entstehung der Dekompressionskrankheit. Unabhängig vom Tauchen befindet sich in unserem Körper immer eine gewisse Menge Inertgas. Diese Menge ist abhängig von dem den Taucher umgebenden Drucks. Taucht man tiefer, löst sich mehr Stickstoff im Blut (wenn man mit Luft taucht), taucht man wieder flacher, wird der Stickstoff wieder abgeatmet. Diese Betrachtungsweise ist etwas vereinfacht, reicht aber zunächst einmal aus um die Grundlagen der Tauchmedizin zu verstehen. Das zugrunde liegende Gasgesetz von Henry lautet: Da die Temperatur vereinfachend als konstant betrachtet wird, kann man sagen dass mit steigendem Druck mehr Gas im Körper gelöst wird und umgekehrt. Während des Aufstiegs wird das gelöste Gas über die Lunge wieder abgeatmet. Taucht ein Taucher jedoch zu schnell auf oder verletzt er die Austauchvorschriften, kommt es zu einem Überschreiten des Löslichkeitsprodukts. D.h. es können sich kleine Inertgasblasen im Gewebe oder im Blut bilden. Diese Gasbläschen sind die Ursache für das Auftreten der Symptome einer Dekompressionserkrankung. Es wurden jedoch schon bei Tauchgängen ab 4m Tiefe venöse Blasen nachgewiesen. Diese Blasen bleiben normalerweise im Lungenfilter stecken und werden dort abgeatmet. Je tiefer und länger ein Tauchgang andauert und mit der Zahl der Wiederholungstauchgänge wird die Zahl der gebildeten Gasbläschen jedoch deutlich mehr. Deshalb tritt die Dekompressionskrankheit meist nach tiefen und längeren Tauchgängen oder nach Wiederholungstauchgängen auf. Anhand des Dias wird symbolisch mit Hilfe der bunten Bällchen die Inertgassättigung (in der Regel Stickstoff) im Körper während verschiedener Phasen des Tauchgangs gezeigt.
 Schema_Henry_Gesetz_400.jpg
Die roten Pfeile zeigen an, in welche Richtung sich das Gas in oder aus dem Körper bewegt. Bitte bedenkt auch bei diesem Dia, dass es sich um eine Vereinfachung handelt, die nur für eine bestimmte Gewebegruppe zu einem bestimmten Zeitpunkt gilt. Zusammenfassen lässt sich sagen, dass es mit zunehmender Tiefe und Dauer des Tauchgangs sowie mit der Anzahl der Wiederholungstauchgänge zu einem immer größeren Risiko kommt, eine Dekompressionserkrankung zu erleiden. Auch wenn man sich an alle Austauchregeln hält, besteht ein Restrisiko für einen Tauchunfall. 

Quelle: www.tauchersprechstunde.de

 
 

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